Begrüßung und Information
Vorsitzende Andrea Kapelle
15.01.2010
Werte Gäste, werte
Mitglieder,
ein neues Jahr beginnt. Wir
stehen vor der Frage, welche
Vorstellungen wir für unsere Möglichkeiten haben, uns einzubringen, welche Wege
wir gemeinsam gehen wollen.
Da ist es klar, dass wir auf
halben Wegen nicht stehen bleiben wollen. Die Förderung des Kulturhauses
Proschim als ein Zentrum des kulturellen Lebens auf dem Lande ist wichtig für
die gesamte Region Welzow. Die Bedeutung hat spürbar zugenommen, da mit der
Schließung der Schule und des Kindergartens, mit der Reduzierung und
abnehmenden Wahrnehmung des kulturellen Angebots der Kirchgemeinde,
bedingt durch die Aufhebung des
Gemeinderechts und die Umsiedlung
Haidemühls sich die „traditionell amtsgeführten Kräfte“ verändert und
zurückgezogen haben. Basis für das kulturelle Leben in Proschim werden immer
mehr das ehrenamtliche Engagement und die Proschimer Unternehmen. Der
Förderverein Kulturhaus Proschim sieht hierin den Hauptweg, ein lebendiges und
aktives Kulturleben im Dorf weiterhin zu erhalten und zu fördern. Die
Vereinsmitglieder wollen mit ihren eigentlich geringen Möglichkeiten durch ihre
gemeinnützige Arbeit beitragen, dass der beschrittene Weg von den Bürgern
angenommen wird
Im vergangenen Jahr 2009 waren wichtige Entscheidungen zur
Arbeitsweise des Fördervereins zu treffen. Dazu gehörten die Gestaltung der
Satzung, die Klärung der Gemeinützigkeit und die Positionierung zur Übernahme
des Kulturhauses unter Beachtung der Führung der Gaststätte. Das Amtsgericht
Cottbus forderte von uns die exakte Fixierung des Zwecks, durchgängige klare Festlegungen zum Vorstand
und gab Empfehlungen zur Anerkennung als gemeinnütziger Verein. Es wurde
deutlich, dass die Ratschläge von Bürgermeisterin Leesker und Herrn Pöppelhaus
uns wesentlich geholfen haben, diese Vorgänge zielstrebig voranzubringen. Zwei
scheinbar triviale Ratschläge sollen hier hervorgehoben werden: Erstens: Bei
Neugründungen empfiehlt es sich, die Satzung einfach zu gestalten und auf
Detailregelungen zu verzichten. Engere Festlegungen können durch die
Mitgliederversammlungen getroffen werden. Zweitens: Nimm Kontakt zum
Rechtspfleger in der Vereinsabteilung auf.
Die Eintragung in das
Vereinsregister unter der Registernummer VR 4757 erfolgte gleichzeitig mit dem
Freistellungsbescheid zur Anerkennung als gemeinnütziger Verein. Damit sind uns
umfangreiche Steuervergünstigungen eingeräumt worden. Dem Verein können Spenden
zugewiesen werden, die der Spender steuerlich geltend machen kann. Natürlich sind damit auch Belastungen
verbunden. Das Finanzamt hat das Recht, Kontrollen und Prüfungen der Finanzen
und des Vermögens des Vereins vorzunehmen.
Nunmehr sind wir berechtigt,
Fördermittel als juristische Person zu beantragen. Das müssen wir in diesem
Jahr besonders angehen.
Besonders günstig ist die
Anerkennung der Gemeinnützigkeit für Vereine, die ein eigens Vereinsheim
besitzen und dort Veranstaltungen für die Vereinsmitglieder und die Gäste
abhalten. Diese auch Brandenburg häufig
realisierte Möglichkeit wurde von der Mitgliederversammlung beraten und bei der
Stadt Welzow beantragt. In Wahrnehmung der Verpflichtung der Stadt für die
Sicherung des Kulturhauses hat die Stadt
sich entschieden, das direkte Pachtverhältnis mit der Gaststätte selbst weiterhin wahrzunehmen. Die Stadt
nimmt die Arbeit des Fördervereins als
Partner an und begrüßt, wenn der Verein entsprechend seiner gesetzten Ziele
sich engagiert. Damit ist ein erster Schritt erfolgt, die Wirtschaftlichkeit
des Kulturhauses Proschim zu verbessern. Partner der Stadt, insbesondere
Vertragspartner der Industrie, insbesondere Vattenfall können und haben wesentlich beigetragen, das
das Kulturhaus ein Schmuckstück ist und vielfältig genutzt wird. Ein besonders
gutes Beispiel ist das neue Parkett. Unser Förderverein hat die Möglichkeiten
dieser Mitwirkung bereits 2009 eingebracht. Als Beispiel nennen wir den
Briefwechsel und die Verhandlungen zur Vertragsauflösung mit der Würzburger
Bierbrauerei.
Wir werden als Verein auch weiterhin Anträge
und Vorschläge zur Förderung des Kulturhauses stellen und erwarten von der
Stadt das erforderliche Entgegenkommen zu finanziellen Regelungen. Geraucht
darf nicht mehr werden. Die Besucher kommen immer mehr mit Fahrzeugen. Da kann
von den Getränkeeinnahmen und vom Mittagstisch nicht viel für die kulturelle
Arbeit abfallen, wenn die Betriebskosten hoch bleiben. Wir erwarten auch mehr
Entgegenkommen bei der Nutzung des Hauses durch die Stadt. Positive Beispiele
waren 2009 der Besuch der Gäste aus Maszewo und von Schiffweiler.
Der Förderverein konnte 2009
dank des Engagements seiner Mitglieder auch neue Akzente setzen. Wir nennen
hier:
1.
Konzeptionelle
Arbeit zur Förderung Gastronomie
2.
Vernetzung mit
Landgasthäusern
3.
Anschluß an
überregionale Initiativen
Zunächst zur konzeptionellen Arbeit. Zu prüfen waren die vorhandenen Ansätze. Ein
generelles Angebot bildet zunächst die Gesellschaft für Hotelwesen und
Gastronomie (GEHOGA) Brandenburg GmbH. Dies lebt aber vom Streit zwischen
Geschäftsführer und Präsident und befasst sich mit unseren kleinen örtlichen
Gegebenheiten. Ein Grundgedanke ist von dieser Gesellschaft aufgegriffen
worden, die Idee von der lokalen Vernetzung
gastronomischer Dienstleistungen. Das kann eine Tourismusbörse sein, der
Austausch von Hotelbuchungen, Kräfteaustausch bei besonderen Anlässen,
effektive Nutzung der Vorteile der einzelnen Landgasthäuser bezüglich von
Veranstaltungen und ähnliche weitere Lösungswege.
Kennzeichnende Merkmale
des Proschimer Kulturhauses sind der Saal,
die Freifläche hinter dem Kulturhaus, die flexible Nutzung des Eingangsfoyers als
Versammlungsraum bis hin zu Filmvorführungen.
Konzeptionell werden von uns
angestrebt:
·
Vorschläge und
Realisierung von Maßnahmen zur Verschönerung unseres Kulturhauses
·
Wesentliche
Erweiterung des Angebots mit neuen und entwicklungsbedingt vernachlässigten
Leistungen
·
Erreichung einer
breiten Öffentlichkeit durch Produktserien wie Bildungstanz, Kaffeenachmittag,
Erlebnisberichte, Künstler stellen sich vor.
Die Vernetzung mit Landgasthäusern der Umgebung. Uns behindern politisch und menschlich verständliche
Fakten: Wir sind nun mal Grenzdorf zu Sachsen, zum relativ
bevölkerungsentleertem Raum Lieske-Flugplatz-Allmosen westlich und Haidemühl,
Gosda, Jessen östlich der Ortslage. Menschlich gesehen: Der Nachbar-Gastwirt
Christoph Pech in Klein-Partwitz ist zeitlich ausgelastet mit seinem Gasthof
inmitten der Pferdehaltung inkl. Veranstaltungen in Klein-Partwitz . Er kann
nicht ein ehrenamtlich wirkender Vernetzungsmanager sein. Aber auch er hat nach
seinem interessanten Vortrag über seine Pilgerschaft entlang des Jakobsweges
hier in Proschim eingeräumt, dass wir selten genug über unserer (Länder-)
Grenzen schauen. Rein menschlich ist der Wettbewerb um die Kundschaft, zumal diese
immer weniger geneigt ist, ihr Geld in der Gaststätte zu lassen. Das berührt
die Welzower Gaststätten ebenso wie den Gutshof in Neupetershain und die
Spremberger Gastronomen. Und trotzdem führt kein Weg vorbei. Wir ermutigen
unsere Gastwirtin, weitere Möglichkeiten der Partygastronomie und der
Highlight-Gastronomie zu nutzen, z.B.
betreffs der Alten Mühle und von traditionellen Dorffesten. Hier gibt es gute
Erfahrungen beim Himmelfahrtstag am Zollhausteich und im Dorfkruggarten, bei
der Landpartie und dem Maibaumaufstellen.
Unser Dorfkrug hat eine Superposition für Familienfeste. Diese müssen
wir in zentrale Angebote einbinden, wie das in Hessen lange üblich ist.
Anschluß an überregionale Initiativen. Mit Interesse
haben wir die Bewegung Geschmackstage verfolgt, die ganz Deutschland erfasst
hat und der zum Komplex Tage der Regionen gehört. Im Jahre 20099 war
Brandenburg der Ausrichter dieser Geschmackstage. In Welzow hatte deutlich REWE
sich der Bewegung angeschlossen, Frau Dettmer war dann gefolgt. Unsere
Gaststätte hatte mit unserem Vorstand beraten und wir hatten uns auf vier
Ereignisse orientiert:
·
Messeneuheiten
bei der Zubereitung von Bio-Suppen beim Dorffest als Beitrag zur verkleinerten
Dorfmesse
·
Kartoffeltag zum
Tag der Regionen in der Alten Mühle
·
Kürbistag als
„zentraler Geschmackstag“ im Kulturhaus
·
Lichtelfest mit
Themenkomplex Weihnachtsgebäck.
Die Verkostung der Biosuppen
erweckte ein hohes Interesse für verschieden Beigaben zu den kreierten Suppen,
die allen vorzüglich schmecken. Die
Kombination des Angebots von Kartoffelspeisen und Kartoffeltechnik und von
Führungen war gut gelungen. Von der Kartoffelsuppe, den Kartoffelplinsen,
Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl, Kartoffelkuchen und natürlich
Kartoffelsalat mit Bockwurst war alles
da, was einen Kartoffeltag sichert, Ach so, Bier gab es auch.
Der Kürbistag sollte der
Höhepunkt sein. Die beteiligten Frauen hatten sich selbst umfassend fachkundig
gemacht und vorher die umfangreiche Speisekarte ausprobiert. Von der
Kürbissuppe, dem Kürbiskuchen, Kürbiskompott, so dachten alle, wird wohl das
Programm erschöpft sein. Doch denkste: Die Frauen hatten gut schmeckenden
Kürbissekt aufgetrieben, einen dorfeigenen Doktor engagiert, der die gesundheitlichen beachtlichen Leistungen des
Kürbis würdigte. Und es gab auch Kürbisgullasch und Kürbisschnitzel. Die
Ländliche Erwachsenenbildung hatte gleich noch zwei Überraschungen parat. Am
Klavier saß Ric Raffael aus Groß-Luja und spielte unterhaltsame Melodien. Und:
Herr Fabian aus Guben und Frau Uhlig aus Chemnitz schnitzten aus Gemüse und
u.a. Melonen und Kürbis wunderschöne Blumen und Vogelfiguren. Beide Künstler
gehören zum Verein des Weltmeisters Chianh aus Fernost, aus China.
Gut besucht war das
Lichtelfest. Die Kombination von kulinarischen Angeboten, von Musik und Tanz versuchten wir durch ein Angebot für
die Fertigung von Weihnachtsgebäck, dessen Verkostung und Mitgestaltung. Wir
sind sehr dankbar, dass uns viele durch Gebäckbeigaben und durch Anregungen
unterstützt haben.
Wir haben bei der Initiative
Geschmackstage viel gelernt. Wir wissen, dass wir Reserven haben. Wenn wir
jedoch genauer hinschauen, so sagen wir nach gutem alten Spruch, wir müssen
jetzt um noch mehr Qualität uns bemühen. Wenn wir das Grillfest der Landfrauen im Garten von Museumshof Wusk einschließen,
die Vielfalt der Karnevallereignisse mit Pfannkuchen vor Ort akzeptieren,
Neptun ins Wasser steigen lassen, so sollten wir uns mit erreichten
Veranstaltungskonzept zufrieden geben und vorsichtig und finanziell begründet
um eine gute Qualität auch weiterhin bemühen.
Es gibt eine Reihe weiterer
Überregionaler Initiativen. Dazu gehören der Deutsche Mühlentag, Woche der
Sonne, Festtage der Kirche, Festtage der ehrenamtlichen Arbeit und und und. Am
Beispiel Geschmackstage sollte es deutlich geworden sein. Gastronomie heute und
das war früher auch so, aber da es kein Fernsehen gab und wenige Flaschenbier
kaufen konnten und weil man sich beim Tanzen auch kennen lernte und nicht nur
im INTERNET oder Zeitung, sind die
ursprünglichen Aufgaben wieder wichtig geworden – das Gespräch und der
kulturelle Austausch der Meinungen, ohne Absicht auf Streit, und das Glück,
sich nach Feierabend gemütlich zu unterhalten.
Unser Förderverein Kulturhaus
Proschim will jedenfalls dazu beitragen, dass der Name Proschim seiner
deutschen Übersetzung gerecht wird:
Herzlich willkommen! Auch
diese Interpretation hat Jahrhunderte gebraucht, um sich vom Ursprünglichen
proschim ta bonka = Teichmoos zu proschimb, später zu Proschim durchzukämpfen.
Herzlich Willkommen!